Das Projekt ERWACHSEN WERDEN an Dülmener Schulen

Erwachsen werden -
Das Förderprogramm der deutschen Lions zur Persönlichkeitsentwicklung von Jugendlichen im Alter von 10 - 15 Jahren



Das generelle Ziel dieses Programmes ist die Vermittlung von Lebenskompetenzen als wirksame Vorbeugung gegen Suchtgefährdung, zur Reduzierung der Gewaltbereitschaft und zur Stärkung der Persönlichkeit von Jugendlichen. Das Programm verfolgt in der Arbeit mit den Schülerinnen und Schülern folgende Ziele:

  • Es stärkt das Selbstwertgefühl, das Selbstvertrauen und die Selbstdisziplin.
  • Es verbessert den bewussten und angemessenen Umgang mit den eigenen Gefühlen der Jugendlichen und mit den Gefühlen anderer.
  • Es unterstützt die Ausbildung des Erkennens von Problemen durch die Jugendlichen und die Schärfung ihres Urteilsvermögens.
  • Es schärft die Entschlusskraft und Entscheidungsfreudigkeit der Jugendlichen bis hin zum Neinsagen in kritischen und gefährlichen Situationen.
  • Es unterstützt Offenheit, Ehrlichkeit und Toleranz.
  • Es hilft eigene Werte und Ziele zu finden.
  • Es hilft Gemeinschaftssinn in der Klasse zu entwickeln.

    Darüber hinaus will das Programm bewirken,

  • dass sich das Verhältnis der Jugendlichen zu ihren Eltern spürbar verbessert,
  • dass die Heranwachsenden ihren Eltern über den neuen Unterricht berichten und mit ihnen über ihre Probleme reden,
  • dass die Schulleistungen erkennbar verbessert werden und dass die Jugendlichen mehr Spaß am Lernen gewinnen.

    Neben der Ausbildung der Lehrer stellt ERWACHSEN WERDEN ein Lehrer-Methodenhandbuch für den Unterricht mit einer Sammlung von Kommunikations- und Aktivierungsspielen, ein Schülerarbeitsheft und ein Elternbegleitheft zur Verfügung.
    Ein Schwerpunkt ist die aktive Mitarbeit der Eltern. Sie sollen von Anbeginn gemeinsam mit den Lehrkräften den Entwicklungsprozess der Heranwachsenden mitgestalten.

    Aus der Broschüre "Erwachsen Werden" - Das Förderprogramm der deutschen Lions zur Persönlickkeitentwicklung von Jugendlichen im Alter von 10 bis 15 Jahren durch Vermittlung von Werten und Lebenskompetenz:

    Die Jugend, ein schwieriges Übergangsalter
    Im Jugendalter müssen die folgenden, für die Entwicklungsphase ,,Jugend" typischen Aufgaben bewältigt werden:
  • die Ausbildung einer eigenen Identität,
  • die Auseinandersetzung mit Werten und Normen und Entwicklung eines persönlichen Wertesystems,
  • das Erlernen von sozialen und psychischen Fertigkeiten, um an der Erwachsenenwelt teilhaben zu können,
  • das Experimentieren mit verschiedenen Lebensstilen sowie Erstellung und Umsetzung eines eigenen Lebensentwurfes,
  • die Ablösung vom Elternhaus,
  • die Entwicklung von persönlicher Autonomie und Unabhängigkeit,
  • der Erwerb von schulischer Qualifikation als Voraussetzung für eine erfolgreiche Berufstätigkeit,
  • der Beginn einer Partnerschaft und erste sexuelle Erfahrungen,
  • die Integration in einer Gruppe und Freundschaft mit Gleichaltrigen.

    Die Situation in der Gesellschaft, in der Familie und in der Schule, auf deren Hintergrund diese Entwicklung sich vollzieht, ist dabei heute gekennzeichnet durch:
  • die Komplexität gesellschaftlicher Zusammenhänge,
  • den Verlust bzw. Wandel von allgemein anerkannten Werten und Normen,
  • eine unsichere Zukunftsperspektive,
  • eine unüberschaubare Medienvielfalt,
  • die Zunahme alleinerziehender und erwerbstätiger Elternteile und durch neue unterschiedliche Familien-Konstellationen,
  • höhere Anforderungen in schwierigem Umfeld.

    Ziele des Programms
    Das Programm basiert auf dem pädagogischen Ansatz der ,,Life Skills-Erziehung". Es will Jugendlichen helfen,
  • ihr Selbstvertrauen und ihre Selbstdisziplin zu stärken,
  • den bewussten und angemessenen Umgang mit den eigenen Gefühlen und den Gefühlen anderer zu verbessern,
  • ihr Urteilsvermögen auszubilden,
  • ihre Entschlusskraft und Entscheidungsfreudigkeit, auch das Neinsagen zu physischen und psychischen Gefährdungen aufzubauen und zu festigen,
  • Lebensmut, Ehrlichkeit und Toleranz zu entwickeln,
  • Freundschaften aufzubauen und persönliche Werte und Ziele zu finden und sie eigenständig umzusetzen,
  • ihr Leben verantwortungsvoll in die Hände zu nehmen und positiv zu gestalten.

    Das Programm führt zur Förderung der emotionalen und sozialen Kompetenz wie auch zu einer Stärkung der Handlungskompetenz.
    Wissenschaftliche Untersuchungen belegen: Die Vermittlung von Lebens- und Sozialkompetenzen (,,Life Skills") ist die wirkungsvollste Vorbeugung gegen Suchtgefährdung und Gewalt- und Suizidbereitschaft bei Jugendlichen.



    Inhalt des Programms
    Das Lehrerhandbuch

    Es enthält sieben Teile mit insgesamt 70 erprobten methodischen Empfehlungen zur Vorbereitung und Durchführung des Unterrichts. Im Mittelpunkt stehen die Themen, die für eine gesunde und harmonische Entwicklung junger Menschen von ganz besonderer Bedeutung sind.

    Ich werde Teenager
    1. die bevorstehende Herausforderung
    2. die Stärkung des Selbstvertrauens
    3. Mit Gefühlen umgehen
    4. Die Beziehungen zu meinen Freunden
    5. Mein Zuhause
    6. Es gibt Versuchungen: Entscheide Dich
    7. Ich weiß, was ich will

    Das Konzept ,,Erwachsen werden" ist bei kontinuierlichem Einsatz von einer Wochenstunde auf zwei Jahre ausgerichtet. Es kann in zusammenhängenden Unterrichtsreihen eingesetzt werden. Es eignet sich aber auch als ,,Ideenkiste" oder ,,Steinbruch" für einen situativen Einsatz.

    Das Schülerheft  
    Es enthält analog zu den Lektionen vertiefende Kurzgeschichten, Interviews und weitere Informationen zum Programm. Es bleibt im Besitz der Schülerinnen und Schüler und kann von ihnen individuell gestaltet werden.  

    Das Elternheft  
    Ein weiterer Schwerpunkt des Programms ist die aktive Mitarbeit der Eltern. Von Anbeginn gestalten sie zusammen mit dem Lehrer den Entwicklungsprozess der Heranwachsenden. Sie erhalten durch das Elternheft und durch Elternbriefe der Lehrkraft Informationen zu Inhalt und Methode des Programms sowie viele praktische Hinweise zum Umgang mit Jugendlichen in dieser Lebensphase.  

    Wie kommt ERWACHSEN WERDEN in die Schule?
    Lehrkräfte aus allen Schultypen, in denen 10- bis 15jährige Jugendliche unterrichtet werden, nehmen zunächst an lnformationsveranstaltungen teil. Wenn sie sich für den Einsatz des ERWACHSEN WERDEN-Programms entschieden haben, werden sie in einem dreitägigen Einführungsseminar von einem besonders geschulten Trainer mit Inhalt und Methodik des Programms vertraut gemacht.
    Sie erhalten dabei alle notwendigen Arbeitsmaterialieen: Ein Lehrerhandbuch für den Unterricht mit einer Sammlung von Kommunikations- und Aktivierungsspielen einschließlich der Kopiervorlagen für die Schülerarbeitsblätter, ein Schülerheft, Musterbriefe an die Eltern und ein Elternheft. In dem Einführungsseminar werden Teile des Programms aus der Sicht der Lehrer und der Schüler handlungsorientiert erprobt.

    Informationen der Öffentlichkeit und Ausbildung der Lehrkräfte

    Veranstaltungen:
          Informationsveranstaltung
          Schnuppertag
          Dreitägiges Einführungsseminar
          Zweitägiges Aufbauseminar
          Erfahrungsaustausch

    Materialien:
          Faltblatt
          Leitfaden
          Presse-Mappe
          Literaturnachweis
          Lehrerhandbuch inkl. Elternbriefe
          Schülerheft
          Elternheft

    Durchführung des Programms
    ,,ERWACHSEN WERDEN" kann in besonderen Unterrichtsstunden, aber auch in den Fächern Deutsch, Sozialwissenschaften, Politik/Gemeinschaftskunde, Religionslehre/ Ethik oder Biologie eingesetzt werden.
    Das Programm bietet eine methodische Vielfalt und ein abwechslungsreiches Verhaltenstraining an. Es ist handlungsorientiert, es enthält Kommunikations- und Aktivierungsspiele sowie Entspannungsübungen. Es beinhaltet Rollenspiele zur Konfliktlösung wie auch Diskussionen, Gruppen-und Projektarbeit. Es spricht Kopf, Herz und Hand an, auch durch Gestalten, durch Bewegung, durch Musik, durch Malen und anderes.

    Besonderheiten des Programms
    In den Quest-Stunden stehen die Heranwachsenden im Mittelpunkt. Die Schülerinnen und Schüler nennen sie z. B. ,,Ich-Stunden" oder ,,Wir-Stunden". Da vorrangig die Interessen und Bedürfnisse der Schüler behandelt werden und kein Leistungsdruck besteht, treten Disziplinschwierigkeiten kaum auf.
    Der Lehrer übernimmt vornehmlich die Rolle des Moderators. Er schafft eine angenehme Geprächsatmosphäre. Er gibt Anregungen und Vorschläge. Er vermittelt Werte nach dem Motto ,,Werde Dir Deiner selbst bewusst! Entscheide Dich selbst!"
    Die Stunde endet grundsŠtzlich mit einer positiven Erfahrung.

    Finanzierung des Programms
    Da öffentliche Mittel zur Zeit kaum verfügbar sind, übernehmen Sponsoren - zumeist örtliche Lions Clubs in ihrer Verpflichtung der Jugend gegenüber - die Finanzierung der lnformations  und Seminarveranstaltungen in ihrem örtlichen Umfeld. Falls erforderlich, werden auch die Kosten für Eltern- und Schülerhefte übernommen. Im Fall der Dülmener Initiative übernimmt die Bürgerstiftung Dülmen die gesamten Kosten für die Ausbildung der Lehrer/-innen und für die Materialien in Lehrer- und Schülerhand.

    Welche Erfahrungen mit ,,ERWACHSEN WERDEN" liegen in Deutschland vor?
    Weltweit wurden bis heute mehr als 60 wissenschaftliche Evaluationen des Programms durchgeführt, in Deutschland u. a. durch Herrn Prof. Dr. Klaus Hurrelmann, Universität Bielefeld.
    Übereinstimmend wurden folgende Ergebnisse festgestellt:
    Stärkung des Selbstwertgefühls der Heranwachsenden.
    Deutliche Stärkung einer ablehnenden Haltung gegenüber Drogen, Gewalt- und Suizidbereitschaft.
    Positive Veränderung des allgemeinen Verhaltens der Kinder und Jugendlichen und der Beziehungen zu ihren Eltern.
    Deutliche Verbesserung des Klassenklimas.
    Höhere Lernbereitschaft in der Klasse mit steigenden Leistungen.
    Die Jugendlichen gehen verantwortungsvoller und solidarischer miteinander um.
    Deutlicher Abbau aggressiven Verhaltens.
    Sorgfältigerer Umgang mit Schuleinrichtungen.  

    Zielgruppen

  •  Erziehungswesen:
  •  Schulbehörden, Lehrerfortbildung,
  •  Erziehungsberatung,
  •  Schulleiterinnen und Schulleiter,
  •  Lehrerinnen und Lehrer 
  •  Gesundheitswesen:  
  •  Schulärzte, Psychologen,
  •  Sucht- und Drogenberatung  
  •  Eltern, Elternvertretungen, Lions Clubs, Kirchengemeinden, Jugendeinrichtungen und die Kinder bzw. Jugendlichen selbst
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